Narzissmus verstehen – psychologisch erklärt anhand von Stromberg (Teil 5)
Hinweis: Stromberg ist eine fiktive Fernsehfigur. Die folgenden Beobachtungen dienen ausschließlich der Veranschaulichung psychologischer Konzepte und stellen keine Diagnose dar. Die Figur wird genutzt, um typische Dynamiken des grandiosen Narzissmus verständlich und alltagsnah zu erklären.
Im letzten Artikel haben wir uns angeschaut, warum Menschen mit grandiosem Narzissmus häufig versuchen, Situationen unter Kontrolle zu behalten und weshalb Kontrollverlust so belastend erlebt werden kann.
Doch auch dann, wenn ein Fehler offensichtlich ist, zeigt sich häufig eine weitere typische Dynamik.
Schauen wir deshalb noch einmal auf Stromberg.
„Herr Stromberg … Herr Müller wartet noch immer auf Ihren Rückruf.”
Für einen kurzen Moment herrscht Stille.
Die Kollegin spricht ruhig.
Kein Vorwurf.
Keine Bloßstellung.
Sie weist lediglich darauf hin, dass ein wichtiger Kunde seit gestern auf eine Rückmeldung wartet.
Viele Menschen würden jetzt vermutlich kurz innehalten.
Vielleicht sagen:
„Stimmt. Das habe ich vergessen.”
Oder sich entschuldigen und den Anruf direkt nachholen.
Doch Stromberg reagiert anders.
Ein kurzes Lächeln huscht über sein Gesicht.
„Ja nee … der Müller läuft mir schon nicht weg.”
Die Kollegin bleibt sachlich.
„Er wartet seit gestern auf Ihre Rückmeldung.”
Stromberg zuckt mit den Schultern.
„Ja, aber ich war gestern den ganzen Tag in Besprechungen.”
Für einen Augenblick wirkt es, als wäre damit alles gesagt.
Doch Stromberg redet weiter.
„Außerdem hätte Frau Burstedt mich ruhig noch mal daran erinnern können.”
„Und ehrlich gesagt hätte Herr Müller ja auch selbst noch einmal anrufen können.”
Innerhalb weniger Sekunden verändert sich das Gespräch.
Auf einmal geht es nicht mehr um den vergessenen Rückruf.
Jetzt wird darüber gesprochen,
wer hätte erinnern müssen,
wer Informationen zu spät weitergegeben hat,
wer ebenfalls seinen Anteil an der Situation trägt
und warum der Kunde überhaupt so ungeduldig ist.
Der eigentliche Fehler rückt immer weiter in den Hintergrund.
Am Ende scheint für Stromberg nur eines festzustehen:
Er selbst trägt dafür jedenfalls keine Verantwortung.
Wer die Serie Stromberg kennt, hat ähnliche Situationen wahrscheinlich schon häufiger beobachtet.
Ein Fehler passiert.
Eine Aufgabe wird vergessen.
Eine Zusage wird nicht eingehalten.
Und trotzdem scheint am Ende fast immer jemand anderes verantwortlich zu sein.
Eine ähnliche Situation hast du möglicherweise auch schon erlebt.
Du sprichst einen Fehler ruhig an.
Oder fragst nach, warum etwas nicht erledigt wurde.
Eigentlich möchtest du nur gemeinsam klären, wie sich das Problem lösen lässt.
Doch stattdessen verändert sich das Gespräch.
Auf einmal geht es darum,
warum andere ebenfalls Fehler gemacht haben,
weshalb die Umstände schuld gewesen seien
oder warum das Ganze eigentlich gar nicht so schlimm sei.
Der ursprüngliche Fehler gerät immer mehr in den Hintergrund.
Vielleicht hast du dich anschließend gefragt:
„Warum fällt es manchen Menschen so schwer, einfach zu sagen: ‘Das war mein Fehler’?”
Viele Menschen erklären sich dieses Verhalten mit einem einfachen Satz:
„Der gibt seine Fehler einfach nie zu.”
Diese Erklärung klingt zunächst nachvollziehbar.
Doch beschreibt sie wirklich, was dabei innerlich passiert?
Oder steckt hinter diesem Verhalten möglicherweise mehr, als von außen zu erkennen ist?
Der psychologische Blick
Warum Verantwortung so schwerfallen kann
Wer die Situation von außen beobachtet, könnte sich fragen:
„Es war doch nur ein vergessener Rückruf. Warum fällt es so schwer, den Fehler einfach zuzugeben?”
Aus Sicht vieler Menschen wäre die Situation wahrscheinlich längst beendet.
Eine kurze Entschuldigung.
Der Rückruf wird nachgeholt.
Und alle könnten sich wieder ihrer eigentlichen Arbeit widmen.
Für die meisten Menschen ist ein Fehler zunächst genau das:
Ein Fehler.
Etwas, das passieren kann.
Man übernimmt Verantwortung.
Versucht, den entstandenen Schaden zu begrenzen.
Und nimmt sich vielleicht vor, beim nächsten Mal genauer darauf zu achten.
Der Fehler sagt in den meisten Fällen nichts darüber aus, welchen Wert man als Mensch hat.
Gerade deshalb fällt es vielen Menschen vergleichsweise leicht, einen Fehler einzugestehen.
Beim grandiosen Narzissmus kann dieselbe Situation jedoch eine andere Bedeutung bekommen.
Was für andere lediglich ein Missgeschick ist, kann unbewusst das eigene Selbstbild berühren.
Für Außenstehende wirkt das oft schwer nachvollziehbar.
Schließlich ging es ursprünglich nur um einen vergessenen Rückruf.
Warum also entsteht daraus ein so großer innerer Druck?
Genau hier hilft ein Blick auf die psychologischen Hintergründe.
Das therapeutische Störungsmodell des grandiosen Narzissmus geht davon aus, dass hinter der selbstbewussten und oft souveränen Fassade häufig ein verletzlicher Selbstanteil verborgen liegt. Dieser enthält negative Grundannahmen über die eigene Person und ist mit belastenden Gefühlen wie Scham, Angst oder Selbstzweifeln verbunden. Wird dieser verletzliche Selbstanteil beispielsweise durch Kritik oder einen Misserfolg aktiviert, entsteht innerer emotionaler Druck. Um diese belastenden Gefühle möglichst nicht spüren zu müssen, wird der grandiose Selbstanteil aktiviert. Er vermittelt Stärke, Überlegenheit und Selbstsicherheit und hilft dabei, den eigenen Selbstwert kurzfristig zu stabilisieren. Dieses Zusammenspiel wird als doppelte Selbstwertregulation beschrieben.
Vor diesem Hintergrund wird verständlicher, warum ein eigener Fehler innerlich eine deutlich größere Bedeutung bekommen kann.
Entscheidend ist dabei häufig nicht die Schwere des Fehlers.
Vielmehr kann er unbewusst das eigene Selbstbild ins Wanken bringen.
Die eigentliche Belastung liegt dann nicht im Missgeschick selbst.
Sondern in der Befürchtung, den eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht zu werden oder an Wert zu verlieren.
Vielleicht wird dadurch verständlicher, warum Angehörige, Partnerinnen und Partner oder Kolleginnen und Kollegen diese Reaktionen häufig als widersprüchlich erleben.
Sie sprechen über einen konkreten Fehler.
Die betroffene Person erlebt möglicherweise jedoch etwas ganz anderes:
Eine Bedrohung des eigenen Selbstbildes.
Genau deshalb fällt es Menschen mit grandiosem Narzissmus häufig so schwer, Verantwortung einfach anzunehmen.
Nicht, weil sie Fehler grundsätzlich nicht erkennen könnten.
Sondern weil das Eingeständnis eines Fehlers unbewusst Scham, Selbstzweifel oder Angst aktivieren kann. Der grandiose Selbstanteil dient dann als Bewältigungsstrategie, um diese belastenden Gefühle möglichst nicht spüren zu müssen und den Selbstwert wieder zu stabilisieren.
Wenn das eigene Selbstbild auf diese Weise bedroht wird, entsteht das Bedürfnis, diese belastenden Gefühle möglichst schnell wieder zu reduzieren.
Und genau an diesem Punkt beginnt die nächste Dynamik.
Warum daraus so häufig Rechtfertigungen entstehen können
Wenn das Eingestehen eines Fehlers innerlich so belastend sein kann, stellt sich eine weitere Frage:
Warum entstehen daraus so häufig Rechtfertigungen?
Vielleicht kommt dir sowas bekannt vor.
Aus einem einfachen:
“Das habe ich vergessen.”
wird plötzlich:
“Ich hatte einfach zu viel zu tun.”
“Niemand hat mich daran erinnert.”
“Die Informationen waren unklar.”
Oder:
“So schlimm war das doch gar nicht.”
Für Außenstehende wirken solche Aussagen wie Ausreden.
Nicht selten entsteht der Eindruck, die betroffene Person wolle Verantwortung bewusst vermeiden.
Doch warum passiert das?
Auch darauf gibt das therapeutische Störungsmodell eine Erklärung.
Wenn das Eingeständnis eines Fehlers das eigene Selbstwertgefühl bedrohen kann, entsteht häufig das Bedürfnis, die dadurch ausgelöste emotionale Anspannung möglichst schnell wieder zu verringern.
Eine Möglichkeit besteht darin, die Situation anders zu bewerten oder Erklärungen zu finden, die den eigenen Anteil weniger bedeutsam erscheinen lassen.
Dadurch richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die äußeren Umstände oder auf den Anteil anderer Menschen.
Der ursprüngliche Fehler gerät immer mehr in den Hintergrund.
Im therapeutischen Störungsmodell wird dieses Verhalten als Teil einer Überkompensation verstanden. Wird das grandiose Selbst aktiviert, können Rechtfertigungen, Dominanz oder das Beharren auf der eigenen Sichtweise dazu beitragen, den Selbstwert kurzfristig wieder zu stabilisieren und belastende innere Zustände abzuwehren.
Möglicherweise wird dadurch verständlicher, warum Gespräche mit Menschen mit grandiosem Narzissmus häufig im Kreis verlaufen.
Während das Gegenüber über einen konkreten Fehler sprechen möchte, entwickelt sich das Gespräch immer mehr zu einer Diskussion über die Gründe, die Umstände oder das Verhalten anderer.
Der eigentliche Anlass rückt dabei zunehmend in den Hintergrund.
Für Angehörige, Partnerinnen und Partner oder Kolleginnen und Kollegen kann das sehr frustrierend sein.
Sie wünschen sich meist keine perfekte Erklärung.
Sondern die Bereitschaft, den eigenen Anteil anzuerkennen.
Genau deshalb werden Rechtfertigungen vom Umfeld häufig als besonders belastend erlebt.
Nicht, weil erklärt wird, wie es zu einem Fehler gekommen ist.
Sondern weil der Eindruck entsteht, dass Verantwortung immer wieder vermieden wird.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Menschen mit grandiosem Narzissmus andere bewusst täuschen möchten.
Aus psychologischer Sicht handelt es sich vielmehr um eine unbewusste Bewältigungsstrategie, die den Selbstwert kurzfristig stabilisieren und unangenehme innere Zustände reduzieren soll.
Doch wenn der eigene Anteil immer kleiner wird, stellt sich fast automatisch die nächste Frage:
Wer trägt die Verantwortung dann?

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Warum die Verantwortung so häufig bei anderen gesucht wird
Wenn Rechtfertigungen den eigenen Anteil immer kleiner werden lassen, stellt sich fast automatisch die nächste Frage:
Warum scheint die Verantwortung am Ende so häufig bei anderen Menschen zu landen?
Vielleicht kennst du Aussagen wie:
“Du hast mich provoziert.”
“Wenn du anders reagiert hättest, wäre das gar nicht passiert.”
“Eigentlich bist du schuld, dass es so weit gekommen ist.”
Für viele Angehörige fühlen sich solche Gespräche irgendwann wie ein wiederkehrendes Muster an.
Eigentlich ging es zu Beginn um einen konkreten Vorfall.
Doch nach und nach dreht sich das Gespräch fast nur noch darum, was andere falsch gemacht haben.
Nicht selten endet es damit, dass sich plötzlich das Gegenüber rechtfertigen muss.
Warum passiert das?
Genau hier hilft wieder ein Blick auf die psychologischen Hintergründe.
Wenn der eigene Anteil an einem Konflikt immer weniger wahrgenommen wird, richtet sich der Blick automatisch stärker auf das Verhalten des Gegenübers.
Dadurch entsteht leicht der Eindruck, die Ursache des Problems liege vor allem bei der anderen Person.
Das therapeutische Störungsmodell beschreibt diese Dynamik als eine einseitige Betrachtungsweise zwischenmenschlicher Konflikte. Menschen mit einer narzisstischen Problematik neigen dazu, Konflikte wie eine Einbahnstraße zu betrachten. Der eigene Beitrag wird dabei nur wenig berücksichtigt, während das Verhalten des Gegenübers als Hauptursache des Problems erlebt wird. Dadurch geraten die wechselseitigen Einflüsse einer Beziehung leicht aus dem Blick.
Vielleicht wird dadurch verständlicher, warum viele Konflikte immer wieder nach einem ähnlichen Muster verlaufen.
Eine Person möchte über ein konkretes Problem sprechen.
Die andere beschäftigt sich zunehmend damit, weshalb das Verhalten des Gegenübers der eigentliche Auslöser gewesen sei.
Eine gemeinsame Lösung rückt dadurch immer weiter in den Hintergrund.
Sowas kann dir unter Umständen auch bekannt vorkommen.
Du gehst mit einem klaren Anliegen in ein Gespräch.
Am Ende fragst du dich plötzlich, ob du die Situation vielleicht tatsächlich verursacht hast.
Oder du entschuldigst dich für Dinge, die ursprünglich gar nicht Thema waren.
Genau das erleben viele Angehörige, Partnerinnen und Partner oder Kolleginnen und Kollegen als besonders belastend.
Nicht, weil es unterschiedliche Sichtweisen gibt.
Sondern weil das Gefühl entsteht, dass Verantwortung kaum noch gemeinsam getragen wird.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Schuldzuweisung bewusst oder absichtlich erfolgt.
Aus psychologischer Sicht geschieht das häufig unbewusst. Vielmehr kann diese einseitige Sichtweise dazu führen, dass die Verantwortung zunehmend beim Gegenüber gesehen wird.
Welche Auswirkungen dieses Verhalten auf Beziehungen und den Berufsalltag haben kann
Welche Folgen hat diese Dynamik langfristig für Beziehungen und den Berufsalltag?
Bei Stromberg scheint diese Strategie zunächst oft aufzugehen.
Die Verantwortung wird relativiert.
Das Gespräch nimmt eine andere Richtung.
Und nicht selten gibt das Gegenüber irgendwann nach, um die Diskussion endlich zu beenden.
Kurzfristig funktioniert das scheinbar.
Langfristig sieht die Realität jedoch häufig anders aus.
Menschen wünschen sich, dass Fehler gemeinsam besprochen und Konflikte miteinander gelöst werden.
Dafür braucht es die Bereitschaft, den eigenen Anteil zu erkennen und Verantwortung zu übernehmen.
Bleibt diese Bereitschaft dauerhaft aus, leidet das Vertrauen.
Gespräche drehen sich immer wieder im Kreis.
Konflikte bleiben ungelöst.
Und das Gefühl, wirklich verstanden zu werden, geht zunehmend verloren.
Vielleicht kennst du solche Situationen selbst.
Du überlegst dir inzwischen genau, ob du ein schwieriges Thema überhaupt noch ansprichst.
Du gibst häufiger nach, obwohl du eigentlich anderer Meinung bist.
Oder du entschuldigst dich, nur damit die Diskussion endlich endet.
Mit der Zeit können dadurch die eigenen Bedürfnisse immer weiter in den Hintergrund geraten.
Auch im Berufsalltag zeigt sich häufig eine ähnliche Entwicklung.
Eine gute Zusammenarbeit lebt davon, dass Verantwortung gemeinsam getragen wird und Fehler offen angesprochen werden können.
Ist das dauerhaft nicht möglich, entstehen häufig Unsicherheit, Spannungen und Konflikte.
Kolleginnen und Kollegen ziehen sich zurück.
Feedback wird seltener gegeben.
Und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit wird zunehmend erschwert.
Die Folgen zeigen sich oft erst mit der Zeit.
Verhaltensweisen, die kurzfristig entlastend wirken können, belasten langfristig genau die Beziehungen, die eigentlich Sicherheit, Vertrauen und Verbundenheit geben sollen. Das therapeutische Modell weist darauf hin, dass solche problematischen Bewältigungsstrategien soziale Konflikte verstärken und Beziehungen belasten können, wodurch letztlich genau die Anerkennung und Verbundenheit gefährdet werden, nach der sich die betroffene Person häufig sehnt.
Gerade darin liegt eine der tragischsten Dynamiken des grandiosen Narzissmus.
Der Versuch, das eigene Selbstbild zu schützen, kann langfristig genau die Menschen auf Distanz bringen, deren Nähe, Anerkennung und Verbundenheit eigentlich so wichtig sind.
Und genau deshalb ist es so wertvoll, diese psychologischen Zusammenhänge zu verstehen.
Nicht, um Verantwortung zu entschuldigen.
Sondern um Verhalten besser einordnen, gesunde Grenzen setzen und die Verantwortung dort zu lassen, wo sie tatsächlich hingehört.
Fazit
Verantwortung zu übernehmen, gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für gelingende Beziehungen, privat wie beruflich.
Gerade deshalb kann es so belastend sein, wenn Verantwortung immer wieder vermieden, relativiert oder auf andere übertragen wird.
Die psychologischen Hintergründe zu kennen, kann helfen, dieses Verhalten besser einzuordnen und die Dynamik dahinter zu verstehen.
Das erklärt das Verhalten, entschuldigt es jedoch nicht.
Denn unabhängig von den Ursachen bleiben die Auswirkungen für Angehörige, Partnerinnen und Partner, Kolleginnen und Kollegen oft belastend.
Gerade deshalb ist es wichtig, zwischen Verstehen und Entschuldigen zu unterscheiden.
Wer die psychologischen Hintergründe kennt, kann schwierige Situationen häufig klarer einordnen, ohne die Verantwortung dafür bei sich selbst zu suchen. Gleichzeitig bleibt es wichtig, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen, gesunde Grenzen zu setzen und Verantwortung dort zu lassen, wo sie tatsächlich hingehört. Diese Haltung entspricht auch dem therapeutischen Ansatz: Das Verständnis der inneren Dynamik soll Veränderung und Orientierung ermöglichen, ersetzt jedoch nicht die Verantwortung für das eigene Verhalten.
Psychologisches Wissen verändert das Verhalten anderer Menschen nicht.
Es kann dir jedoch helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen, deiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen und bewusster zu entscheiden, wie du mit solchen Dynamiken umgehen möchtest.
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Reflexionsfrage
Kennst du Situationen, in denen jemand immer wieder Verantwortung von sich gewiesen oder dir die Schuld für einen Konflikt gegeben hat?
Wie hat sich das langfristig auf dein Vertrauen in deine eigene Wahrnehmung, deine Gefühle und deine Bedürfnisse ausgewirkt?
Im nächsten Artikel
Im ersten Artikel dieser Serie haben wir verstanden, warum Menschen mit grandiosem Narzissmus so häufig Aufmerksamkeit und Bewunderung suchen.
Im zweiten Artikel ging es darum, warum sie andere Menschen immer wieder abwerten.
Im dritten Artikel haben wir gesehen, weshalb Kritik häufig intensive Reaktionen auslösen kann und warum daraus Wut, Rechtfertigungen oder Schuldzuweisungen entstehen können.
Im vierten Artikel haben wir uns angeschaut, warum Menschen mit grandiosem Narzissmus häufig versuchen, Situationen unter Kontrolle zu behalten, weshalb Kontrollverlust für sie so belastend sein kann und warum es ihnen oft schwerfällt, Grenzen oder Entscheidungen anderer zu akzeptieren.
In diesem Artikel haben wir verstanden, warum es Menschen mit grandiosem Narzissmus häufig schwerfällt, Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen, weshalb daraus Rechtfertigungen und Schuldzuweisungen entstehen können und welche Auswirkungen diese Dynamik auf Beziehungen und den Berufsalltag haben kann.
Im nächsten Artikel widmen wir uns einer weiteren typischen Verhaltensweise des grandiosen Narzissmus und schauen wieder hinter die Fassade. Gemeinsam beleuchten wir, warum Menschen mit grandiosem Narzissmus so wenig echte Empathie zeigen können.





